„Die Kinder sind stolz wie Bolle“



Andrea und Bernd „Benno“ Michaelis waren seit 2014 die Jugendfußball-Obleute beim VfL Damp-Vogelsang. Damit übernahmen sie auch das dreitägige Sommerturnier, das Vorgänger Ingolf Meier seit 2001 organisiert hatte. Jetzt ist für die beiden Schluss, aus beruflichen wie zeitlichen Gründen. Denn ein Ehrenamt fordert Zeit. Das Wichtigste für die beiden: dass, obwohl sich durch die Verschmelzung des VfL mit dem TSV Waabs einiges ändern wird, auch künftig die Jugendkicker der SG Schwansen viel Unterstützung bekommen.


Seid Ihr zufrieden mit dem Turnierjahrgang 2019?

Andrea: Insgesamt ja. Wetter prima bis auf einige Schauer am Samstag, keine Verletzten. Kurzfristige Absagen wie am Freitag bei der B-Jugend machen natürlich nicht glücklich: Wir hatten sechs Zusagen, dann kamen nur drei Teams – das ist einfach schade für die Teams, die hierher nach Vogelsang anreisen.

Benno: Aber wir haben die Spielzeiten verlängert und eine Hin- und Rückrunde gespielt, sodass jedes Team genug Spielzeit bekam. Wir haben Routine entwickelt, auch darin.

 

Wieviel Teams waren da, wieviel Kinder?

Benno: Es waren fast 30 Teams hier mit mehr als 325 Kindern zwischen 6 und 16 Jahren. Gerade am Samstag mit den Kleinsten und ihren Eltern ist das immer ein wunderbares Gewusel.

 

Wie hat sich das Turnier im Laufe der Jahre verändert?

Andrea: Wir sind routinierter geworden. Irgendwann bringt dich nichts mehr so schnell aus dem Konzept. Und unser Vogelsanger Team hier ist seit Jahren zusammen, viele waren schon mit 12 oder 13 dabei. Die arbeiten heute total selbstständig und wissen, was zu tun ist: die Tore umstellen für die jeweilige Altersklasse, Müll sammeln, Knie pflastern, Torwand betreuen, Pokale überreichen, Fotos machen - solche Dinge.

Benno: Aber zugleich haben wir versucht, das Turnier weiterzuentwickeln. In den letzten drei Jahre haben wir im Internet das Turnier mit einem Blog begleitet, da konnte die Smartphone-Generation fast live Teamfotos und Spielszenen sehen. Und dieses Jahr hatten wir auch die Spielergebnisse und eine Blitztabelle online, die Teams waren also immer auf dem neuesten Stand. Die Fördesparkasse und SHNetz haben kostenloses WLAN für unsere Zuschauer am Spielfeldrand organisiert, Intersport Knudsen und Puma dieses Jahr einen richtig guten Verkaufsstand mit einer elektronischen „Skill Arena“ zum Mitmachen.

 

Mit welchem Vorlauf plant Ihr das Turnier?

Benno: Zur Jahreswende fangen wir an, den Termin abzustimmen. Wir haben ausprobiert und gemerkt, dass für die Teams das letzte Wochenende in den Sommerferien perfekt ist: Dann passt ein Turnier genau in ihre Saisonvorbereitung. Und dann laden wir zum Turnier ein und sprechen bald mit möglichen Sponsoren. Denn so ein Turnier kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

 

Wie viele Turniere dieser Art kennt Ihr in der Region, zum Beispiel mehrtägige?
Andrea: Früher, als unser Sohn noch kleiner war, hatten Gettorf und Süderbrarup noch ähnliche Formate. Aber das hat wohl aufgehört. Sonst ist uns nichts derlei bekannt.

 

Drei Tage nur zum Schlafen nach Hause: Warum habt Ihr das jahrelang gemacht?

Benno (ins Mikrofon): Für das nächste Spiel machen sich bitte fertig: HSW 08 gegen Blau-Weiß Wittorf! - Was? Dafür gibt es mehrere Gründe. Der Wichtigste klingt kitschig, aber: der Blick in die Gesichter der Kinder. Bei der Begrüßung vorher, wenn sich alle in Reihen aufstellen, sind alle erwartungsvoll und angespannt – und bei der Siegerehrung dann stolz wie Bolle, wenn wir ihnen Pokale und Medaillen überreichen! Gerade bei den Kleinsten ist das der Hammer!

Andrea: Dann weinen manchmal die Geschwisterchen, wenn sie das sehen – und wie glücklich die dann sind, wenn wir denen auch noch eine Medaille umhängen! Außerdem natürlich die Begeisterung der Eltern und Trainer: Die meisten danken uns, dass wir hier in Vogelsang dieses Turnier noch machen, und sagen „Dann bis nächstes Jahr!“. Und viele reisen wirklich von weither an – diesmal waren Teams aus Kaltenkirchen, Berkenthin, Neumünster oder Vogelsangs Partnergemeinde Lubmin dabei. Fünf Stunden pro Weg, die haben in unserer Sporthalle übernachtet, nur um hier dabei zu sein! Das freut natürlich sehr.

Benno: Der dritte Grund ist das Helferteam hier. Am Sonntagabend beim Abschluss-Bier sind wir immer alle fix und fertig. Aber die Crew ist stark und im Kern seit Jahren zusammen, das macht einfach Bock.
Andrea: Darauf kann sich auch unser Nachfolger freuen, man kann ihm sagen: keine Angst, das Team ist da und weiß, wie der Hase läuft.- So, jetzt die letzte Siegerehrung. Und dann gibt’s das Bier!

 

 

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